Zahnschema

Das Zahnschema ist ein standardisiertes System zur eindeutigen Benennung und Identifizierung jedes einzelnen Zahnes im menschlichen Gebiss. Es dient Zahnärzten, Kieferorthopäden und Zahntechnikern als universelle Fachsprache, um Befunde, Diagnosen und Behandlungsverläufe präzise zu dokumentieren. Ohne ein solches Schema wäre die Kommunikation über spezifische Zähne fehleranfällig und kompliziert, da Beschreibungen wie der dritte Zahn von links oben ungenau sein können.

Grundlagen des Gebissaufbaus

Um ein Zahnschema zu verstehen, muss man den Aufbau des menschlichen Gebisses kennen. Ein erwachsener Mensch besitzt im Idealfall 32 bleibende Zähne, während das Milchgebiss eines Kindes aus 20 Zähnen besteht. Das Gebiss wird in vier Quadranten unterteilt: oben rechts, oben links, unten links und unten rechts. Diese Einteilung erfolgt immer aus der Sicht des Patienten.

Jeder Quadrant im bleibenden Gebiss enthält acht Zähne: zwei Schneidezähne, einen Eckzahn, zwei kleine Backenzähne (Prämolaren) und drei große Backenzähne (Molaren), wobei der achte Zahn der Weisheitszahn ist. Im Milchgebiss befinden sich pro Quadrant lediglich fünf Zähne: zwei Schneidezähne, ein Eckzahn und zwei Milchmolaren.

Das FDI-Zahnschema

Das international am weitesten verbreitete System ist das Schema der Federation Dentaire Internationale, kurz FDI-Schema. Es ist ein Zwei-Ziffern-System, bei dem die erste Ziffer den Quadranten und die zweite Ziffer die Position des Zahnes angibt.

Die Quadranten des bleibenden Gebisses werden im Uhrzeigersinn nummeriert: 1 steht für oben rechts. 2 steht für oben links. 3 steht für unten links. 4 steht für unten rechts.

Die Zähne innerhalb eines Quadranten werden von der Mitte nach hinten gezählt: 1 ist der mittlere Schneidezahn. 3 ist der Eckzahn. 6 ist der erste große Backenzahn (Sechsjahrmolar). 8 ist der Weisheitszahn.

Kombiniert man diese Ziffern, ergibt sich eine eindeutige Kennung. Der obere rechte Eckzahn wird als 13 bezeichnet (gesprochen eins-drei, nicht dreizehn). Der untere linke erste Mahlzahn ist die 36 (drei-sechs).

Das Milchgebiss im FDI-Schema

Um Verwechslungen zwischen Milchzähnen und bleibenden Zähnen auszuschließen, erhalten die Quadranten des Milchgebisses eigene Kennziffern von 5 bis 8: 5 steht für oben rechts (Milchgebiss). 6 steht für oben links (Milchgebiss). 7 steht für unten links (Milchgebiss). 8 steht für unten rechts (Milchgebiss).

Ein oberer rechter mittlerer Milchschneidezahn trägt somit die Nummer 51. Da Kinder keine Prämolaren und keine Weisheitszähne im Milchgebiss haben, endet die Zählung in jedem Quadranten bei der Ziffer 5.

Andere Zahnschemata

Obwohl das FDI-Schema der Standard in Europa ist, existieren weltweit andere Systeme. In den USA ist das Universal Numbering System gebräuchlich, bei dem die bleibenden Zähne einfach von 1 bis 32 durchgezählt werden, beginnend oben rechts beim Weisheitszahn bis unten rechts. Ein weiteres System ist das nach Zsigmondy-Palmer, das mit Winkelsymbolen arbeitet, um die Quadranten grafisch darzustellen. In der modernen digitalen Dokumentation hat sich jedoch das rein numerische FDI-System aufgrund seiner einfachen Handhabung am Computer durchgesetzt.

Anwendung in der Praxis

Das Zahnschema kommt bei jeder zahnärztlichen Untersuchung zum Einsatz. Der Zahnarzt diktiert der Assistenz die Befunde, die dann in das Schema eingetragen werden. Dabei werden oft Abkürzungen verwendet: f steht für fehlend, c für Karies (Caries), füll für eine vorhandene Füllung und k für eine Krone.

Ein typischer Befund könnte lauten: 16 f, 11 füll, 47 c. Das bedeutet, der erste große Backenzahn oben rechts fehlt, der rechte mittlere Schneidezahn hat eine Füllung und der zweite Backenzahn unten rechts weist Karies auf. Diese präzise Erfassung ist auch für die Abrechnung mit Krankenkassen und für die Forensik zur Identifizierung von Personen unerlässlich.

Zahnflächenbezeichnungen

Zusätzlich zur Zahnnummer werden oft die betroffenen Flächen eines Zahnes angegeben. Da ein Zahn keine einfache glatte Fläche ist, unterscheidet man: Okklusal: die Kaufläche. Mesial: die zur Kiefermitte gewandte Seite. Distal: die nach hinten gewandte Seite. Vestibulär: die zur Wange oder Lippe gewandte Außenseite. Lingual oder Palatinal: die zur Zunge oder zum Gaumen gewandte Innenseite.

Eine Füllung an Zahn 24 mod bedeutet also, dass der erste kleine Backenzahn oben links an der vorderen Seite, der Kaufläche und der hinteren Seite gefüllt ist.

Bedeutung für den Patienten

Für Patienten kann es hilfreich sein, das Zahnschema grob zu kennen, um den Erläuterungen des Zahnarztes besser folgen zu können. Wenn von Zahn 48 die Rede ist, weiß der informierte Patient sofort, dass es um den Weisheitszahn unten rechts geht. Es erleichtert zudem das Verständnis von Heil- und Kostenplänen, in denen jeder Zahn einzeln aufgeführt ist.

Besonderheiten im Wechselgebiss

Im Alter zwischen etwa 6 und 12 Jahren befinden sich Kinder in der Phase des Wechselgebisses. Hier existieren Milchzähne und bleibende Zähne nebeneinander. Das Zahnschema hilft hier extrem dabei, den Überblick zu behalten, welche Zähne bereits ausgefallen sind und welche bleibenden Zähne schon durchgebrochen sind. So kann der Zahnarzt genau dokumentieren, ob die Entwicklung zeitgerecht verläuft.

Zusammenfassung

Das Zahnschema ist das Fundament der zahnmedizinischen Dokumentation. Es ermöglicht eine fehlerfreie Identifikation jedes Zahnes über Altersgrenzen und Sprachbarrieren hinweg. Ob bei der einfachen Kontrolle, der Planung von Zahnersatz oder kieferorthopädischen Eingriffen – das Zahnschema sorgt für Klarheit und Sicherheit in der Behandlung. Es ist ein effizientes Werkzeug, das die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung maßgeblich unterstützt.

Urlaub

Praxis Katrin Rilli und Team bleibt

vom 20.10.2025 – 24.10.2025 geschlossen.

Vertretung übernimmt

Praxis Dr. Monika Tode – Scholtysek

Echardusstieg 6B

21465 Wentorf

Tel.: 040  720 21 00

Vielen Dank für Ihr Verständnis

Die notdiensthabende Praxis finden Sie unter 

www.zahnaeztlicher-notdienst-sh.de